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Farbenspiel auf Beton

Le Corbusier gilt als einer der einflussreichsten und am meisten diskutierten Architekten des vergangenen Jahrhunderts. Dass der Ausnahme-Architekt nicht nur zeitlos, sondern auch höchst zeitgemäss ist, beweist aktuell Rado mit einer Le-Corbusier-Uhrenkollektion.

Portrait

Designikone, Revolutionär, umstrittenes Genie. Für Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbeldesigner Le Corbusier, der mit bürgerlichem Namen Charles-Édouard Jeanneret-Gris hiess, wurden bereits viele Bezeichnungen gefunden. Seine Fans würdigen den einzigartigen Stil des Vaters der «Wohnmaschine», der sich zum Ziel gesetzt hatte, die ideale Stadt zu gestalten. Kritiker stossen sich an den oftmals als zu kühl empfundenen Betonhäusern und seinen politischen Ansichten. Auch wenn der gebürtige Schweizer rund 55 Jahre nach seinem Tod kritisch betrachtet werden muss, steht ausser Frage, dass er einer der einflussreichsten und bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts war. Nicht ohne Grund wurden im Juli 2016 unter dem Titel «Das architektonische Werk von Le Corbusier» 17 seiner Bauten aus sieben Ländern als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

SECESSIONIST IN WIEN

Als Sohn eines Emailleurs von Uhrengehäusen und einer Musikerin 1887 in La Chaux-de-Fonds im Kanton Neuenburg geboren, begann er 1900 eine Lehre zum Graveur und Ziseleur in der Kunstgewerbeschule École d’Art. Mit der Zeit wandte er sich jedoch immer mehr der Malerei und Architektur zu, damals noch unter dem Einfluss der Arts-and-Crafts-Bewegung und des Art Nouveau. Seine erste noch recht konventionelle architektonische Arbeit, die er im Alter von 18 Jahren, damals unter seinem bürgerlichen Namen ausführte, war die Villa Fallet. Das Haus, das er für einen Lehrer der Kunstgewerbeschule entwarf, kann heute noch in La Chaux-de-Fonds besichtigt werden. 1907 unternahm er die erste von zahlreichen Studienreisen, die ihn im Lauf der Jahre nach Mailand, Florenz, Siena, Bologna, Padua, Venedig, aber auch nach Budapest und Wien führten. Am Mittelmeer studierte er die klassischen Proportionen der Renaissance-Architektur, während er sich in Wien für sechs Monate Josef Hoffmann und der Wiener Secession anschloss. In Deutschland setzte er sich mit den neuen Kunstgewerbebewegungen Deutscher Werkbund und Deutsche Werkstätten auseinander, und in Frankreich erlernte er von dem Architekten und Bauunternehmer Auguste Perret die Arbeit mit Stahlbeton. 1917 verlegte Le Corbusier seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Paris, wo er den Maler Amédée Ozenfant kennenlernte, mit dem er 1920 die Zeitschrift «L’Esprit Nouveau» gründete. Ziel war es, eine Plattform zu haben, auf der die beiden Künstler ihre neuen Vorstellungen zu den Themen Malerei und Architektur formulieren konnten. In dieser Zeitschrift verwendete er zum ersten Mal sein Pseudonym: «Le Corbusier» kreierte er in Anlehnung an den Namen seiner Urgrossmutter Lecorbésier und an corbeau, das französische Wort für Rabe.

GRUNDRISSE DER ZUKUNFT

Doch nicht nur seinen Namen legte Le Corbusier in den 1920er-Jahren fest, er manifestierte auch die Richtung, in die die Architektur seiner Meinung nach gehen musste, um auf die technischen Entwicklungen und die neuen Lebensgewohnheiten angemessen zu reagieren. Zusammen mit seinem Cousin, dem Architekten Pierre Jeanneret, formulierte er das Manifest «Fünf Punkte zu einer neuen Architektur», das jene architektonischen Prinzipien zusammenfasst, die er in Zukunft zur Grundlage seiner Entwürfe machen sollte. Punkt 1 «Die Pfosten» bezieht sich auf ein Raster aus Betonpfeilern, die das Grundgerüst der Gebäude darstellen sollen, gefolgt von Punkt 2 «Die Dachgärten». Im Gegensatz zum üblichen Spitzdach sollen die Gebäude Flachdächer haben, die in Form von Gärten genutzt werden können. «Die freie Grundrissgestaltung», Punkt 3 im Manifest, ergibt sich aus Punkt 1: Da mit Betonpfosten gearbeitet wird und es keine tragenden Wände mehr gibt, die übereinander liegen müssen, kann der Grundriss viel freier gestaltet und jeder Wohnsituation flexibel entgegengekommen werden. Auch Punkt 4 «Das Langfenster» ergibt sich in weiterer Folge aus Punkt 1, denn durch die Betonpfeiler können auch bisher nicht dagewesene Lichtöffnungen in die Gebäude eingepasst werden. Anstelle der üblichen Hochfenster werden nun breite Fenster verwendet, die eine gleichmässigere Lichtdurchflutung ermöglichen. Im Zuge dessen entwickelte Le Corbusier auch das von ihm patentierte Horizontal-Schiebefenster. Zu guter Letzt beinhaltet das Manifest «Die freie Fassadengestaltung», denn wird die Fassade vor den Betonpfosten aufgemauert, kann diese völlig frei und unabhängig von den Raumaufteilungen im Inneren gestaltet werden. Besonders beispielhaft für die Umsetzung jener Prinzipien sind die Häuser der Weissenhofsiedlung in Stuttgart und die Villa Savoye in Poissy. Eine grosse Hoffnung Le Corbusiers war es, mithilfe seiner neuen Architekturprinzipien auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des sozialen Wohnbaus zu leisten. Ein Traum, der leider grösstenteils unerfüllt blieb. Die «Cité Radieuse», die zwischen 1947 und 1952 in Marseille errichtet wurde, entspricht wohl am ehesten Le Corbusiers «Wohnmaschine».

Stahlbeton baut auf: Der Schweizer Charles-Édouard Jeanneret-Gris revolutionierte unter seinem Künstlernamen Le Corbusier die moderne Städtearchitektur.
Stahlbeton baut auf: Der Schweizer Charles-Édouard Jeanneret-Gris revolutionierte unter seinem Künstlernamen Le Corbusier die moderne Städtearchitektur.

MEISTER DER FARBKLAVIATUR

Ebenso wichtig wie der Grundriss und die Funktionalität eines Gebäudes war Le Corbusier auch die Innengestaltung. Er setzte sich neben dem Design von Möbelstücken vor allem mit der farblichen Gestaltung von Räumen auseinander. Bereits in den 1920er-Jahren experimentierte er mit Farben und ihrer Wirkung auf die geschaffene Architektur. Er ordnete Farben bestimmte Stimmungen zu und orientierte sich bei dieser Gliederung an der Natur. Aus seinen Experimenten entstand 1931 im Rahmen eines Auftrags für die Tapetenfirma Salubra die erste «Polychromie Architecturale», die aus 43 puristischen Farbtönen in 14 Serien bestand. Wichtig war ihm, dass die Farben natürlich wirken und harmonisch miteinander kombiniert werden können. Für Le Corbusier sollten Farben in Innenräumen dazu beitragen, Stimmungen zu erzeugen oder zu unterstützen, die für das eigene Wohlgefühl wichtig sind. Damit individuelle Präferenzen noch leichter spezifiziert und ausgewählt werden können, gliederte Le Corbusier das System zusätzlich in unterschiedliche Farbklaviaturen mit jenen Stimmungen, die die Funktionen der Farben reflektieren. 1959 erweiterte er das bestehende Farbsystem um 20 weitere und kräftigere Farbtöne.

«Die Farbe ist in der Architektur ein ebenso kräftiges Mittel wie der Grundriss und der Schnitt. Oder besser: die Polychromie, ein Bestandteil des Grundrisses und des Schnittes selbst.»
- Le Corbusier über sein Konzept

KLASSIKER, DIE SITZEN

Da Le Corbusier keine Kinder hatte, rief er 1960 die Stiftung «Fondation Le Corbusier» ins Leben, die sein Gesamtwerk nach seinem Ableben (er ertrank 1965 beim Baden im Meer) verwalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Um die Verbreitung der «Polychromie Architecturale» voranzutreiben, wurde seitens der Stiftung die Les Couleurs Suisse AG betraut. Das umfassende Werk des Schweizer Architekten wird nicht nur in Form von Ausstellungen, Büchern und durch den Erhalt seiner Bauwerke bewahrt, sondern es werden auch die exklusiven Lizenzen ebenso wie die einzigartige Farbklaviatur in Kooperation mit Designfirmen dazu verwendet, dass Le Corbusiers Ideen auch heute noch ihren Weg in Wohnzimmer oder auch auf Handgelenke finden. Bereits 1964, also noch zu Lebzeiten Le Corbusiers, unterzeichnete der italienische Möbelhersteller Cassina den ersten exklusiven Lizenzvertrag, der es ihm erlaubte, die designten Möbel von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand, die zwischen 1927 und 1937 im Atelier von Le Corbusier und Pierre Jeanneret an sämtlichen Möbel- und Interieurdesign-Projekten mitgearbeitet hatte, zu produzieren. Als Erstes wurden die Modelle LC1, LC2, LC3 und LC4 in der Kollektion Le Corbusier, die mittlerweile 34 Möbelstücke umfasst, produziert. Bis heute erzielt Cassina ein Drittel seines Umsatzes aus den drei beliebtesten Möbelstücken aus der Feder von Le Corbusier. Dabei legt der Möbelhersteller grossen Wert auf Authentizität im Sinne der Designer. So werden neue Versionen der Stücke nur mit Einverständnis der Erben gestaltet und auf den Markt gebracht. Auch die Farbklaviatur von Le Corbusier dient fast 90 Jahre nach ihrer Entwicklung Designern als Vorbild. Die Wandbekleidungsfirma Arte International entwickelte in Zusammenarbeit mit der Les Couleurs Suisse AG fünf exklusive Tapetendesigns. Die Tapete «Pavilion» etwa steht im Zeichen der Begeisterung, die Le Corbusier für primitive Kunst und Zeltkonstruktionen hegte, und «Unity» nimmt sich die Art und Weise zum Vorbild, wie der Architekt Fenster in seine Gebäude integrierte. Zusätzlich zu den gemusterten Tapeten entstand auch eine 13-teilige Auswahl an Uni-Versionen in den warmen Farbtönen der «Polychromie Architecturale».

Color-Timing: Le Corbusiers legendäre Polychromie wurde von Rado in einer Uhrenkollektion umgesetzt, die stilvoll Farbe bekennt.
Color-Timing: Le Corbusiers legendäre Polychromie wurde von Rado in einer Uhrenkollektion umgesetzt, die stilvoll Farbe bekennt.

ZEIT FÜR FARBE

Die Farbklaviatur von Le Corbusier ist auch Vorbild für die neue Kollektion des Schweizer Uhrenherstellers Rado. Die Rado True Thinline Les Couleurs™ Le Corbusier verarbeitet in handwerklicher Präzision neun ausgewählte Farben zu eleganten Zeitmessern. Mit der Partnerschaft mit der Les Couleurs Suisse AG überwindet Rado als «Master of Materials» nicht nur Designgrenzen, sondern setzt zudem auch in der Uhrenbranche neue Massstäbe – stellt die konsistente Darstellung von bunten Farben in der Hightech-Keramik, aus der die Uhren hergestellt werden, doch eine der schwierigsten Herausforderungen in der Materialproduktion dar. Um die sechs sanften und die drei kräftigen Farbtöne satt wiederzugeben, hat sich Rado seine über 30 Jahre Erfahrung in der Herstellung und Verarbeitung von Uhren aus Hightech-Keramik zunutze gemacht und damit wohl Le Corbusiers Intention auf den Punkt gebracht: klare Linien, hohe Funktionalität und zeitloses Design.

Zeitlose Hommage

Rado goes Le Corbusier

Der Schweizer Uhrenhersteller Rado zollt mit seiner neuen Kollektion aus bunter Hightech-Keramik der Designlegende Le Corbusier Tribut. Die Serie True Thinline Les Couleurs™ Le Corbusier umfasst neun Modelle in folgenden Farben aus dem berühmten von Le Corbusier entwickelten Farbsystem Polychromie Architecturale: Cream White 32001, Pale Sienna 32123, Luminous Pink 4320C, Slightly Greyed English Green 32041, Grey Brown Natural Umber 32141, Iron Grey 32010 sowie in den knalligeren Tönen Sunshine Yellow 4320W, Powerful Orange 4320S und Spectacular Ultramarine 4320K.

Für die farbenfrohe Kollektion arbeitete Rado mit der Fondation Le Corbusier und der Les Couleurs Suisse AG, die die Farbpalette unter der Echtheitsmarke Les Couleurs™ Le Corbusier in Partnerschaft mit internationalen Herstellern vertreibt, zusammen. Jedes der Modelle gibt es in einer limitierten Auflage von 999 Stück zum Einzelpreis von CHF 2’000. Am Gehäuseboden zeigen die Zeitmesser den Farbstreifen mit allen 63 Farbtönen der «Polychromie Architecturale» und der Spezialgravur «Limited Edition One Out Of 999».

http://rado.com

© FLC ADAGP, RADO/ Lisa Klappe